Mitgliederversammlung 2022 in Dresden

 

Nach langer Vorbereitung und Planung trafen sich die Mitglieder im Verband der Studienreiseleiter e.V. zur diesjährigen Mitgliederversammlung vom 04.-06.11.2022 in der sächsischen Elbmetropole Dresden.
 Standorthotel war das moderne und zentral gelegene Penck Hotel, nur wenige 
Gehminuten von Zwinger, Landtag und Hofkirche entfernt.

   

Groß war die Freude bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus allen Teilen Deutschlands und Österreichs, sich nach so langer Zeit wiederzusehen.
 Erfreulich, dass diesmal auch viele neue und jüngere Mitglieder zum Treffen kamen.Es gab natürlich von Beginn an viel Gesprächsstoff und aktuelle Themen im Kreise der KollegInnen. Nach 

traditioneller Begrüßung durch den Vorstandsvorsitzenden wurde das Treffen   an Tag I mit einer Stadtführung durch die Tagungsstadt fortgesetzt.


Unter der sachkundigen Führung unserer Kollegin im Verband Friederike Kuner, sind selbst den Kennern Dresdens in der Gruppe während des hochinteressanten Stadtrundgangs neue Blickperspektiven und Details aufgefallen. Auch der hartnäckige Regen konnte der guten Stimmung dabei keinen Abbruch tun.
 Am Ende nutzten einige der TeilnehmerInnen noch die Zeit für persönliche Erledigungen und private Treffen in der City.

Zum Begrüßungsabend im Restaurant des Tagungshotels fanden dann alle wieder zusammen. Beim Dinner mit gutem Buffet wurden  die verschiedensten Themen angesprochen und lebhaft diskutiert. Den Reiseleitern geht ja der Gesprächsstoff niemals aus! Insider berichteten am nächsten Morgen, dass die Letzten gegen 01:00h das Restaurant verließen. 
Insgesamt ein sehr schöner und harmonischer Auftakt der Veranstaltung.



Bericht: Harald Jung

Meißen und Radebeul – Fortbildung Tag II

Am zweiten Tag der Jahrestagung erlebten die 23 TeilnehmerInnen einen interessanten, vorbildlich geführten Tagesausflug ins Umland der sächsischen Hauptstadt. Unsere Kollegin Friederike Kuner führte uns kenntnisreich, charmant und unterhaltsam durch das älteste Herrschaftszentrum der Wettiner in Sachsen – das 25 km nordwestlich von Dresden gelegene Meißen.

   

Mehr als fünf Jahrhunderte älter als das wesentlich vom Barock geprägte Dresden, war der Burgberg schon zur Zeit Heinrichs I. („der Vogler“) ein strategisch wichtiger Außenposten königlicher Macht gegen die Slawen. Im Jahr 968 wurde Meißen zum Zentrum der Sorben-Mission. Entsprechend ist das Bistum Meißen das älteste im Freistaat. Seine Bischöfe standen in steter Konkurrenz mit den Landesherren, den Markgrafen und späteren Kurfürsten von Sachsen. Quasi Tür an Tür residierten sie auf dem Domberg.

Zu Füßen der Burg entwickelte sich die einstige slawische Siedlung Misnol zu einer blühenden Handelsstadt. Die letzte Stunde für die Residenz Meißen schlug am 26. August 1485 mit der so genannten Leipziger Teilung. Herzog Albrecht zog um in die Elbniederung und machte das bis dahin unbedeutende Dresden zu seiner neuen Hauptstadt. Gleichzeitig etablierte sich sein verfeindeter Bruder Kurfürst Ernst in Wittenberg und gründete dort die später in zahlreiche Kleinfürstentümer zerfallene Linie der Ernestiner.

Die einst so betriebsame Stadt Meißen fiel in einen „Dornröschenschlaf“. Das gerade neu erbaute „erste Schloß Deutschlands“ – erst später „Albrechtsburg“ genannt – , erwachte erst zu Beginn des 18. Jhdt mit der Porzellanfabrikation zu neuem Leben. Streng isoliert von der Öffentlichkeit widmeten sich Facharbeiter dort der Herstellung des „weißen Goldes“. Allerdings konnte die unter August dem Starken streng gehütete Rezeptur nicht lange geheim gehalten werden. Schon 1723 verrieten geflohene Arbeiter das Herstellungsverfahren an die Habsburger – ein früher Fall von Industriespionage. Das Logo mit zwei gekreuzten Schwerter und dem Doppel-S („Meissner Porzellan“) bürgt jedoch noch immer für höchste Qualität. Am 03. Oktober 1990 wurde in der Albrechtsburg der Freistaat Sachsen neu gegründet.

   

Unser Rundgang begann auf dem Marktplatz. Kaum vorstellbar, in welchem Zustand sich das Zentrum der alten Bürgerstadt in den letzten Jahren der DDR befunden hatte. Buchstäblich erst im letzten Augenblick konnten die zahlreichen Renaissance-Häuser vor dem sicheren Verfall gerettet werden.

Nach dem Besuch der Frauenkirche am Markt – einer typisch spätgotischen Hallenkirche – ging es über abgetreppte Gassen hinauf zum rund 40m hohen Domberg, vorbei an der Schule St. Afra – einem Gymnasium und Internat für Hochbegabte.

Um 1250 wurde mit dem Bau des gotischen Doms begonnen, die beiden markanten Türme wurden allerdings erst 1909 fertiggestellt. Goethe würdigte das Bauwerk mit den Worten: „Der Dom … hat aus mehreren Ursachen äußerlich nichts Anziehendes, inwendig aber ist es das schlankste, schönste aller Gebäude jener Zeit, die ich kenne.“ Beeindruckend auch die Bilder aus der Cranach-Werkstatt  und die großformatigen abstrakten Schwarz-Weiß-Collagen des zeitgenössischen Künstlers Michael Morgner. Nach der hochinteressanten Domführung stärkte sich die Gruppe im nahen Domkeller. Dann ging es mit dem Aufzug wieder nach unten und zurück zum Bus.

Ortswechsel: Etwa 1000 Winzer bearbeiten das nur 500ha große, kleinteilig bewirtschaftete Weinbaugebiet an der Mittelelbe. Karl Friedrich Aust ist einer von ihnen.

  

Nach der Wende erwarb er das barocke Meinholdsche Turmhaus in Radebeul und übernahm selbst die Bewirtschaftung der vormals verpachteten Weinberge. Das von ihm gegründete Weingut umfasst heute über sechs Hektar Rebflächen in den besten Lagen Radebeuls, darunter einige Steilhänge am „Goldenen Wagen“. Der gelernte Steinbildhauer machte sich zunächst an die dringende Instandsetzung der Sandsteinterrassen, danach erst konnte er sich intensiv um die Reben kümmern.

Auf sechseinhalb Hektar baut er inzwischen elf Rebsorten an – darunter Kerner und Riesling. Inzwischen darf sich der Unermüdliche über zahlreiche Auszeichnungen freuen, so auch für seinen hervorragenden Pinot, der auf dem Ranking der sächsischen Weine jüngst 98 von 100 möglichen Punkte gewann. 35 Hektoliter produziert Aust jährlich in teils biologischem Anbau – und er freut sich schon auf den 2022er.

Die humorige, äußerst informative Führung des Jungwinzers durch seinen Garten und Keller war der gelungene Ausklang eines erlebnisreichen Tages. Selbstverständlich ließen sich die Reiseleiter(-innen) auch seine guten Tropfen munden. Auch wenn die deutsche Weinproduktion kaum mehr als 1,5% des Weltvolumens ausmacht, und die sächsische Produktion davon wiederum lediglich 0,3%, wie Karl Friedrich Aust ausführte, zählt der Wein-Importweltmeister Deutschland außerdem auch noch immer zu den 10 wichtigsten Exporteuren des Rebensaftes. Dabei erfreuen sich Sachsens Weine zunehmender Beliebtheit.

   

Golden durchschien die späte Herbstsonne das gelbe Weinlaub, als der Bus sich wieder Richtung Dresden in Bewegung setzte. Im zünftigen Restaurant „Schießhaus“ trafen sich die TeilnehmerInnen zum gemeinsamen Abendessen und angeregten Gesprächen.

Bericht: Stefan Tolksdorf

Jahreshauptversammlung – Tag III

Pünktlich um 09:30h eröffnete der Vorstandsvorsitzende Harald Jung die ordentliche Mitgliederversammlung 2022 des Verbandes der Studienreiseleiter e.V. im Tagungsraum des Penckhotels. Erfreulich, dass sich 23 Teilnehmer eingefunden hatten ……..

 

Es ist das Schicksal der Reiseleitergemeinschaft, dass egal zu welchem Zeitpunkt die Veranstaltung angesetzt wird, es großartiger Weise immer zahlreiche Kolleginnen und Kollegen gibt, die mit sehr guten Aufträgen ausgestattet unterwegs sind. Viele von ihnen haben im Vorfeld Grüße ausrichten lassen und uns Gutes Gelingen für unsere Veranstaltung gewünscht.

In Abwesenheit von Andrea Clermont erklärte sich dankenswerterweise Petra Messbacher–Hagemeier bereit, als Protokollantin zu fungieren. Peter Weinert wurde in bewährter Weise zum Tagungsleiter ernannt.

Es folgten die Berichte der Vorstände und des Kassenwartes zum Tätigkeitsjahr 2021. Die Auflistung der Einnahmen und Ausgaben wurde erstmals von der neuen Buchhalterin des Verbandes Frau Sylke Hoffmann erstellt. Kassenprüferin Roswitha Schlesinger bescheinigte korrekte und ordentliche Kassenführung, worauf Vorstand und Kassenwart einstimmig entlastet wurden.

Anschließend referierte Petra Meßbacher–Hagemeier über die steuer- und vereinsrechtliche Bedeutung und Einordnung der Gemeinnützigkeit, die für den Verband ab 01.01.2023 gilt. Als Dank für ihren fundierten Vortrag, wurde Petra Meßbacher-Hagemeier anschließend einstimmig zur Gemeinnützigkeitsbeauftragen des Verbandes gewählt. Sie ist damit ab sofort erste Ansprechpartnerin bei allen Fragen zu diesem Thema.

Als nächstes wurde ausführlich diskutiert über den Leitantrag zum empfohlenen Mindesttagessatz für eine qualifizierte Studienreiseleitung . Am Ende wurde einstimmig die Empfehlung eines Tagessatzes in Höhe von mindestens 300,– € netto verabschiedet.
Nur diese Größenordnung ist ein angemessenes Honorar für die verantwortungsvolle Tätigkeit der Studienreiseleiter/Innen. Sie ist Ausdruck gestiegener Kosten, des ständig wachsenden Arbeitsaufwands, des immer intensiveren Betreuungsbedarfs der Kunden, sowie der Wertschätzung für die erbrachte Leistung.

Auf Grundlage eines weiteren Leitantrags des Vorstandes wurde aus aktuellem Anlass einstimmig festgelegt, dass die Weitergabe von internen Verbandsinformationen zum Vorteil von Nichtmitgliedern und zum Nachteil von Mitgliedern nicht gestattet ist. Insbesondere die Weitergabe von Anfragen von Veranstaltern wird als verbandsschädigend eingestuft. Die Weiterleitung von Anfragen an Nichtmitglieder ist ab sofort nur mit Zustimmung des Vorstandes erlaubt.

Zum aktuellen Stand der Arbeitsergebnisse der AG Akademie informierten anschließend Harald Jung und Ludwig Tavernier. Ziel der AG ist, die Tätigkeit des Studienreiseleiters zu akademisieren und als Beruf zu etablieren. Das fast fertiggestellte Curriculum kann, nach Festlegung der künftigen Geschäftsform, an einer Hochschule platziert werden. Einstimmig wurde der AG das Mandat zur Fortsetzung ihrer bisherigen Arbeit erteilt.

Auch der Antrag von Helga Becker auf Erarbeitung eines Mustervertrags für Reiseleitungen durch einen Fachjuristen, wurde einstimmig angenommen. Ziel ist, den Mitgliedern eine vertragliche Grundlage bereitzustellen, die das Dienstleistungsverhältnis zwischen Veranstalter und Studienreiseleiter für beide Seiten genau definiert und regelt.

Zum Ende der Sitzung wurde noch auf Veranstaltungen hingewiesen, die vom Verband in nächster Zeit ausgerichtet werden, bzw. für die eine Teilnahme geplant ist. So wird es zum Beginn des Jahres 2023 wieder ein digitales Quo Vadis Treffen geben. Weiterhin ist eine mehrtägige Fortbildung in Planung. Auf der CMT in Stuttgart wird es wieder einen Aktionstag des Verbandes geben. Die Ausrichtung eines parlamentarischen Frühstücks mit dem Tourismusausschuss des Bundestags ist in Planung.

Mit großem Applaus dankten alle Teilnehmer unserer Kollegin Friederike Kuner, die im Vorfeld die Tagung mit vorbereitet und uns als Reiseleiterin und Gästeführerin  exzellent durch Dresden, über die sächsische Weinstraße und Meißen geführt hat.

Dies war der Abschluss einer konstruktiven, ergebnisorientierten Veranstaltung und harmonischer Tage im Kollegenkreis in Sachsen.

An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal bei allen TeilnehmerInnen herzlich bedanken. Dies ganz besonders auch bei Christian und Friederike für ihre großartige Unterstützung bei der Vorbereitung und Organisation.

Bericht: Harald JungVorstandsvorsitzender im Verband der Studienreiseleiter e.V.

Fotos: Gabriele Kolsch, Stefan Tolksdorf und Harald Jung